Das Midi-Keyboard

Ein Midi Keyboard ist ein Instrument, das aus der Musikproduktion nicht mehr wegzudenken ist. Verbunden wird das Midi Keyboard mittels USB- oder Midi-Anschluss mit einem Computer, auf dem sich Softwareprogramme befinden, die mit dem Keyboard interagieren können – etwa bestimmte virtuelle Musikinstrumente bzw. VST-Instrumente. VST-Instrumente (VST steht hierbei für Virtual Studio Technology) existieren nahezu für jedes mechanische Instrument. Es lassen sich mit ihnen aber auch synthetische Sounds generieren. Das Midi Keyboard hat also keine bordeigenen Sounds, sondern ist zur Tonerzeugung auf ein externes Programm angewiesen, welches mit einem Ausgabegerät verbunden ist. Damit unterscheidet sich das Midi Keyboard von einem gewöhnlichen Keyboard, welches in der Regel über zahlreiche bordeigene Instrumente und eigenen Lautsprecher verfügt.

Midi Keyboard Schaubild

Der Begriff Midi und der Entstehungsgrund des Midi-Standards

Die Abkürzung Midi steht für Musical Instrument Digital Interface – also einer digitalen Schnittstelle für Musikinstrumente. Midi 1.0 stellt hierbei ein Standard dar, der im Jahre 1982 eingeführt wurde und die Kommunikation zwischen einzelnen Geräten (Synthesizern) ermöglicht hat. Es gab zwar auch schon in den 70er Jahren ausgezeichnete Synthesizer, doch deren Verbindung war mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden, da es kein Standard für die Übermittlung von Daten gab. Das am Anfang der 80er Jahre geschaffene Midi-Standard vereinfachte die Verbindung von mehreren Geräten nun. Bei dem Midi-Standard sprechen wir nicht von einem Audioformat, da nicht die Audiosignale übertragen werden, sondern nur die Ereignisse, die zu deren Entstehung geführt haben. Der gleiche Midi-Befehl kann also zu verschiedenen Klangausgaben führen – je nach Einstellung des Synthesizers.

Worin unterscheiden sich Midi Keyboards voneinander?

Zunächst einmal unterscheiden sich Midi Keyboards anhand ihrer Tastenzahl, damit einhergehend über ihre Größe. Das kleine Midi Keyboard, welches gerade einmal mit 25 Tasten auskommt, nimmt sehr wenig Platz ein. Empfohlen wird zum alltäglichen Spielen aber gewöhnlich ein Midi Keyboard mit 61-72 Tasten, damit genügend Tonumfang ausgenutzt und in angenehmer Weise beidhändig gespielt werden kann. Die 25er-Variante ist demgegenüber eher für das einhändige Spielen geeignet – sie eignet sich also vorzugsweise für das Einspielen von Melodien. Möchte man klassisches Klavier spielen, so wird zu einem Midi Keyboard mit 88 Tasten geraten. Da es die Boards also in vielen unterschiedlichen Größen gibt, lässt sich für jedes Platzverhältnis ein geeignetes Midi Keyboard finden.
Weiterhin muss bei den Tasten die Anschlagsdynamik beachtet werden: Drückt man eine beliebige Taste des Keyboards, so wird ein Wert über die Anschlagsgeschwindigkeit beim Tastendruck an das virtuelle Instrument gesendet. Drückt man die Taste beispielsweise schnell ganz hinunter, wird ein lauter und voluminöser Ton gespielt. Drückt man sie hingegen langsam zur Hälfte hinunter, so wird der Ton nur leise anklingen. Den Wert, der hierbei übermittelt wird, bezeichnet man als Velocity-Wert (Velocity: Geschwindigkeit, Anschlagsstärke). Dieser Wert bewegt sich auf einer Skala von 0 bis 127. Die Orgel hat (als Vergleich) gar keine Anschlagsdynamik. Drückt man die Tasten einer Orgel, so würde immer die gleiche Lautstärke gespielt werden, gäbe es keine anderen Möglichkeiten der Lautstärkeregulation. Nun gibt es auch das eine oder andere Midi Keyboard, das eine geringe oder keine Anschlagsdynamik aufweist. Bei einem derartigen Midi Keyboard ist zu berücksichtigen, dass die Skala von 0 bis 127 hierbei nicht wirklich gut ausgenutzt werden kann – das Spielen also hölzern wirken kann. Demgegenüber ermöglicht ein Midi Keyboard mit erstklassigen anschlagsdynamischen Tasten ein angenehmes und facettenreiches Spielen von Musik. Es gibt also große Unterschiede bezüglich des Spielgefühls eines Midi Keyboards.
Das Midi Keyboard hat meistens ein Modulations- und ein Pitchband-Wheel. Das Modulation-Wheel ermöglicht dabei eine stufenlose Erhöhung bzw. Erniedrigung des Tones, während man mit dem Pitchband-Wheel eine unterschiedliche Beugung des Tones erzielen kann. In der Regel hat ein Midi Keyboard auch Schieberegler für die Einstellung der Lautstärke. Bestimmte Modelle besitzen zudem programmierbare Schiebe- und Drehregler, die mit virtuellen Instrumenten verknüpft werden können. So kann man mithilfe der Drehregler des Midi Boards intuitiv den Klang der Plugins modifizieren. Das ein oder andere Midi Keyboard verfügt zudem über Drum-Pads oder ein eingebautes Display. Diese letztgenannten Extras sind jedoch nicht zwingend erforderlich und müssen nicht zwangsläufig mit einer hohen Verarbeitung des Keyboards einhergehen. Angeschlossen wird das Midi Keyboard entweder über USB- oder Midi-Anschluss. Wird der Anschluss per Midi vorgenommen, wird jedoch ein extra Stromanschluss für das Midi Keyboard benötigt. Unter Umständen benötigt man einen Adapter zum Anschließen des Boards.

Wo kommt das Midi Keyboard zum Einsatz?

Das Midi Keyboard findet sich nicht nur im Profi-, sondern auch im Amateur- und Hobbymusikbereich wieder. Es findet Verwendung in professionellen Tonstudios, aber auch bei der hauseigenen Musikproduktion. Die vielfältige Verwendung des Midi Keyboards erklärt sich dabei aus der unterschiedlichen Größe und Ausstattung der Geräte. Ein kleineres Midi Keyboard passt beispielsweise wunderbar auf den Schreibtisch oder eignet sich als Zusatzgerät zur Beaterzeugung im Tonstudio, während das große Midi Keyboard bei der Aufnahme klassischer Musik von Vorteil ist. Das Midi Keyboard kann aber auch mit portablen Geräten, etwa dem iPad, verbunden werden. Für jeden Einsatzort gibt es also das passende Midi Keyboard.

Ein Vergleich zwischen dem Midi Keyboard und dem Midi Controller

Ein Midi Keyboard hat die typische Klaviertastenoptik, während ein Midi Controller mit unterschiedlichsten Bedienelementen aufwarten kann. Hört man den Ausdruck „Midi Keyboard“, so verknüpft man damit sofort ein gewöhnliches Keyboard mit Klaviatur, während der Begriff „Midi Controller“ viel offener ist. Ein Midi Controller ist nämlich einfach ein Midi Steuergerät, das es in verschiedensten Ausführungen gibt. Es gibt dabei sehr einfache Geräte, die mit sechs Spielflächen auskommen, z. B. ein Percussion Pad, aber auch sehr komplexe Instrumente mit zahlreichen Bedienelementen, die sehr futuristisch wirken können. Dem Midi Keyboard und dem Midi Controller ist gemeinsam, dass sie Klänge nicht selbstständig erzeugen, sondern Musiksoftware oder andere Midi Geräte nur mit Befehlen ansteuern können.

Software und Plugins (VSTs) für das Midi Keyboard

Möchte man ein Midi Keyboard zusammen mit dem PC verwenden, so kommt man um die Anschaffung etwaiger Softwareprogramme und Plugins nicht herum. Viele VSTs kann man im Internet als Freeware downloaden. Hierbei stehen unterschiedlichste Instrumente und Plugins zur Verfügung – etwaige Pianos, Streicher, Blasinstrumente, Leads, Pads, Drums etc. Den Möglichkeiten sind hier keine Grenzen gesetzt. Dazu gesellen sich vielfältige Effekt- und Bearbeitungstools. Die Plugins benötigen dabei ein Programm, welches fähig ist, diese abzuspielen und die gesendeten Informationen des Midi Keyboards oder Controllers ggf. zu speichern. Hierbei ist zwischen dem VST-Player und der sogenannten „Music Creation Software“ zu unterscheiden. Mit einem VST-Player lassen sich Plugins laden, kombinieren und spielen. Die Software zum Kreieren eigener Musikstücke verfügt demgegenüber über weitere Funktionen, die für die Musikproduktion und das Abmischen der Musik notwendig sind. Eines der bekanntesten Produktionstools ist dabei wahrscheinlich Cubase.

Das Midi Keyboard für das iPad – auf den richtigen Adapter kommt es an

Mit dem iPad lässt sich auch musizieren. Unterschiedlichste Klavier Apps stehen hierbei zur Verfügung. Das Spielen auf dem Bildschirm des iPads ist aber nur begrenzt möglich. Aus diesem Grund besteht die Möglichkeit, ein Midi Keyboard an das iPad anzuschließen. Bei dem Anschluss eines USB Midi Keyboards muss jedoch berücksichtigt werden, dass das iPad über keinen USB-Anschluss verfügt. Trotzdem kann das Midi Keyboard mittels eines passenden Adapters an das Pad angeschlossen werden. Hierbei muss man aber zwischen dem Adapter für die älteren Versionen des iPads (30-Pin-Anschluss) und dem Adapter für die neueren Versionen (ab iPad 4) mit dem Lightning-Anschluss unterscheiden. Neben dem Midi Keyboard, das sich per USB anschließen lässt, gibt es auch Boards, die sich nur per Midi Kabel anschließen lassen. Hierfür sind Adapter notwendig, die über einen Midi Eingang verfügen. Angeboten werden in diesem Zusammenhang ganze Audio-Komplettschnittstellen, die über verschiedenste Anschlüsse verfügen – USB- und Midi-Anschluss natürlich inbegriffen. Mittels eines Adapters lässt sich das Midi Keyboard also sogar mit dem iPad verbinden.